Stosswellen jetzt Kassenleistung beim Fersensporn

Stosswellen jetzt Kassenleistung beim Fersensporn

Ein Sehnenansatz- Entzündung an der Ferse kann Schmerzen verursachen. Im Röntgenbild ist häufig eine knöcherne Ausziehung erkennbar. Daher die Bezeichnung “schmerzhafter Fersensporn”. Viele haben es schon selbst erlebt. Bei 90% verschwindet der Schmerz nach einigen Wochen oder Monaten von alleine, durch Dehnübungen, Einlagen, oder Medikamente. Wenn nicht, dann kann eine Stosswellentherapie etwa beim Orthopäden helfen. Das haben neuere Studien ergeben. Deswegen müssen jetzt die Krankenkasse die Kosten dieser Behandlung seit diesem Jahr übernehmen, wenn sich der Schmerz länger als ein halbes Jahr hält. Die Erfolgsquote wird mit 50% – 65% angegeben [1]. Und wenn die Besserung nicht eintritt? Gute Nachricht: Dann bleibt immer noch die – sehr niedrig dosierte – Entzündungsbestrahlung mit einer Erfolgsquote von 90%.

Literatur

[1] Gollwitzer H, Saxena A, DiDomenico LA, Galli L, Bouché RT, Caminear DS, et al. Clinically relevant effectiveness of focused extracorporeal shock wave therapy in the treatment of chronic plantar fasciitis: a randomized, controlled multicenter study. J Bone Joint Surg Am 2015;97:701–8. doi:10.2106/JBJS.M.01331.
StrSchV…

StrSchV…

… kein unausprechliches Wort einer exotischen Sprache, sondern eine Abkürzung für “Strahlenschutzverordnung”. Die neuste, sehr umfangreiche Fassung ist seit dem 31.12.2018 in Kraft. Sie ersetzt nicht nur die vorangegangene Strahlenschutzverordnung, sondern umfasst jetzt auch die frühere Röntgenverordnung.

Ihre Regelungen dienen dem Schutz vor Strahlung zu Hause, bei der Arbeit und beim Arzt. Auswirkungen auf unsere radiologischen, nuklearmedizinischen und strahlentherapeutischen Gebieten sind etwa:

  • Die Rolle der Medizinphysik-Experten (MPE) wird gestärkt. Je nachdem, wieviel Strahlendosis vorgsehen ist, wird jetzt eine enge Mitarbeit, die Hinzuziehung oder eine Beratung vorgeschrieben. Die Radiologie Vechta ist hier bereits hervorragend aufgestellt, weil bereits 4 MPEs angestellt sind.
  • Beim Bundesamt für Strahlenschutz werden bundesweit sogenannte “bedeutsame Vorkommnisse” zentral gemeldet. Bedeutsame Vorkommnisse sind Strahlenanwendungen (Röntgenuntersuchungen, nuklearmedizinische Szintigraphien, Strahlentherapie) mit zu hoher Dosis. Entscheidend für  die Meldepflicht sind vom Gesetzgeber vorgegebene Schwellenwerte, und sind deswegen vom Ermessen von uns Radiologen, Nuklearmediziner und Ärzte für Strahlentherapie unabhängig.
  • Strahlenschutzbeauftragte achten im Betrieb auf die Einhaltung des Strahlenschutz. Wenn er auf einen Mangel hinweist, und der Betrieb nicht reagiert, kann er sich dann direkt an die Aufsichtsbehörde wenden. Früher war das aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht möglich. Strahlenschutzbeauftragte in nachlässigen Betrieben werden also gestärkt.

Strahlenschutz wird ab diesem Jahr noch größer geschrieben. Gut so, denn gute Qualität heisst nicht nur gute Bilder. Sondern vermeidbare Strahlung auch tatsächlich zu vermeiden.

Strahlenschutzkurse 2019

Aktualisierungskurs nach § 18 RöV

Mittwoch, 08. Mai 2019
im Rathaus der Stadt Vechta, Burgstraße 6

für Ärzte, MTRA’s und MFA’s mit Röntgenschein (90 Std.):
14.00 – 20.30 Uhr
> Teilnahmegebühr: 100,00 EUR pro Person

für Mitarbeiter mit Kenntnissen im Strahlenschutz wie OTA, MA HKL (20 Std.):
14.00 – 18.00 Uhr
> Teilnahmegebühr: 60,00 EUR pro Person

Aktualisierungskurs nach §18 RÖV und § 30 StrlSchV für Ärzte, MPE´s, MTRA´s, die in der Strahlentherapie oder Nuklearmedizin tätig sind

Mittwoch, 08. Mai 2019
im Rathaus der Stadt Vechta, Burgstraße 6: 14.00 – 20.30 Uhr

Mittwoch, 15. Mai 2019
im Besprechungsraum der Strahlentherapie, Marienstraße 13: 14.00 – 17.30 Uhr
> Teilnahmegebühr: 150,00 EUR pro Person

Die Anmeldung zu den Kursen ist erst gültig bei Überweisung der Teilnahmegebühr (bis zum 03. Mai 2019) auf das Konto:
Oldenburgische Landesbank Vechta
IBAN: DE28 2802 0050 4005 5543 01
BIC: OLBODEH2XXX
Verwendungszweck: Aktualisierung 2019

Anmeldung über Formular nicht mehr nöglich

 

Science Fiction?

Science Fiction?

“Cyberknife”, “Stereotaxie”, “Checkpointinhibitoren” – was sich nach Science Fiction anhörte, war in Wirklichkeit eine Ärztliche Fortbildung. So spannend, dass die Veranstaltung am 05.12.2018 im Rathaus Vechta um eine dreiviertel Stunde überzogen wurde.

Fünf Vorträge fesselten die etwa 60 Besucher. Highlight war der Beitrag von Frau Dr. Ernst. Sie leitet als Chefärztin die Strahlentherapie und das Cyberknife Zentrum in Soest. Kaum jemand in Deutschland hat mehr Erfahrung mit stereotaktischen Bestrahlungen, als sie. In den letzten Jahren hat sie ein Netzwerk mit 34 Stereotaxieeinrichtungen etabliert. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte auch die Strahlentherapie Vechta. Bei der Stereotaxie handelt es sich um eine Hochpräzisionsbestrahlung, die sehr nebenwirkungsarm eine Extremdosis in einzelne Tumoren einstrahlt. Die Wirkung ist so beeindruckend, dass man von “Radiochirurgie” spricht. Dazu eignen sich etwa Hirnmetastasen, Tumoren in der Lunge und Leber sowie Lymphknotenabsiedlungen der Prostata. Weil die Strahlenbelastung am gesunden Gewebe niedrig gehalten werden kann, können häufig auch in vorbestrahlten Regionen erfolgversprechende Therapien realisiert werden.

Nierentumoren fallen meistens als Zufallsbefunde im Ultraschall beim Hausarzt oder Internisten auf. Darauf wies Herr Dr. Sommer, urologischer Chefarzt des St. Franziskushospital Lohne, hin. Nicht selten werden sie dann so früh entdeckt, dass sie mit einer Operation geheilt werden können. Er und Herr Dr. Steffens, internistischer Krebsexperte aus Damme, stellten die chirurgischen und medikamentösen Therapieoptionen dar. Gerade die medikamentösen Behandlungen erfahren in den letzten Jahren rasante und andauernde Fortschritte. Für die Grundlagenforschung, die zu den sogenanten Checkpointinhibitoren geführt haben, haben der Amerikaner Allison und der Japaner Honjo den diesjährigen Nobelpreis für Medizin erhalten. Herr Dr. Penke, internischer Onkologe aus Vechta und Lohne, stellte in einem plastischen Vortrag die Wirkweise dieser Medikamentengruppe dar. Diese Substanzen aktivieren das patienteneigene Immunsystem gegen den Tumor. Bösartige Tumoren etwa der Lunge oder Niere, bei denen eine Chemotherapie nicht oder nicht mehr hilft, können so behandelt werden. Fortgeschrittene Tumoren verursachen häufig Schmerzen. Frau Twiessel, die leitende Fachärztin für Hämatologie und Onkologie im Marienhospital Vechta ist auch in der Vechtaer Praxis für Hämatologie/ Onkologie tätig. Sie ist außerdem auf Palliativmedizin spezialisiert. Sie gab einen hervorragenden und praxisnahen Überblick über die medikamentöse Schmerzbehandlung.

Meine persönliches Fazit: Fachlich haben wir alle eine Menge voneinander gerlernt. Und, mindestens genauso wichtig: durch die persönlichen Kontakte sind die onkologischen Akteure (Spezialisten, Hausärzte, Pflegekräfte) der Region weiter zusammengewachsen.

 

 

Bildeindrücke

Die meisten Leitlinien sind aktuell

Die meisten Leitlinien sind aktuell

Für die Behandlung von Krebserkrankungen mit Strahlentherapie sind Leitlinien sehr wertvoll. In ihnen sind nämlich die Erkenntnisse aus aktuellen Studien zu Therapieempfehlungen zusammengefasst. Eine sehr hochwertige Arbeit, bei der Experten aus den verschiedenen Fachbereichen auf wissenschaftlicher Basis einen Konsens finden. Sie helfen dabei, für jeden einzelnen Patienten die passende Therapiestrategie zu finden. Sie geben dabei die standardmäßige Richtung vor. Bei besonderen Umständen kann es aber geboten sein, abzuweichen.

Damit der wissenschaftliche Fortschritt auch berücksichtigt wird, haben Leitlinien eine beschränkte Gültigkeitsdauer. Wir haben einmal ausgewertet, welche für die Strahlentherapie wichtigstenen Leitlinien noch aktuell sind. Gute Nachricht: die meisten. Mit dabei sind die ganz wichtigen, etwa für Brustkrebs oder Prostatakarzinom. Andere sind leider schon veraltet. Bei diesen Erkrankungen stehe uns aber europäische oder amerikanische Leitlinien zur Verfügung und natürlich die aktuelle, meist internationale Fachliteratur.

Baustelle

Baustelle

Seit 1998 ist die Radiologie stetig gewachsen. Dummerweise wachsen die Räumlichkeiten nicht mit. Die vorhandenen Räumlichkeiten optimal nutzen, das ist das Ziel umfangreicher Umbauten und Renovierungen, die derzeit Patienten und Personal das Leben erschweren. Sie betreffen den gesamten radiologischen Trakt des Marienhospitals. Wände müssen eingerissen, Leitungen verlegt werden und Türen versetzt werden. Ein großes Lob an das Personal – der Betrieb geht normal weiter, Untersuchungszahlen wurden praktisch nicht eingeschränkt. Denn: Radiologische Untersuchungen kann man schlecht zurückfahren, ohne die medizinische Gesamtversorgung zu beeinträchtigen.

Ein großes Lob auch an die Patienten: Mit viel Verständnis und Geduld tragen Sie die Baumaßnahmen mit. Im ersten Quartal sollen diese abgeschlossen sein.

Pin It on Pinterest