Nuklearmedizin

Noch ist Nuklearmedizin für viele Patienten – und vielleicht auch für Sie – völliges Neuland. Und durch den Einsatz von Radioaktivität ist sie ein Neuland, das man ungern betritt. Doch es lohnt sich bei einigen Erkrankungen, der Nuklearmedizin offen zu begegnen. Schließlich bietet sie hier in der Radiologie Vechta unter der fachärztlichen Leitung von Prof. Dr. Claus Muhle und Herrn Andreas Stukenborg Diagnosen und Therapien auf dem neuesten Stand der Forschung.
Der größte Vorteil: eine nuklearmedizinische Untersuchung und Behandlung verzichtet auf direkte Eingriffe. Sie arbeitet mit dem Einspritzen kurzlebiger radioaktiver Stoffe in die Armvene – für:

Nuklearmedizinische Diagnostik

  • der Schilddrüse
  • des Skelettsystems
  • des Herzens
  • der Nieren
  • des Gehirns
  • bei Entzündungsverdacht
  • bei Blutungssuche
  • bei Erkrankungen des Lymphsystems
  • bei Krebspatienten

Nuklearmedizinische Therapie

  • Samarium-153-Therapie bei Knochenmetastasen
  • Radiosynoviorthesen

Häufige Patientenfragen

Soll ich vor einer Schilddrüsen-Untersuchung meine Medikamente absetzen?

Nein! Bitte nehmen Sie alle Medikamente weiter wie bisher. Es ist sehr wichtig für uns Ärzte, Sie sozusagen in ihrem „Alltagszustand“ zu erleben. Auch Schilddrüsen-Medikamente führen zu keiner Verzerrung der Untersuchungsergebnisse.

Muss bei Schilddrüsen-Problemen wie Knoten immer operiert werden?

Eine Operation ist nicht unbedingt notwendig. Viele Schilddrüsen-Erkrankungen kann man medikamentös behandeln. Eine Bestrahlung oder die Nutzung von Kapseln mit hoher Radioaktivität können Knoten verkleinern. In der Radiologie Vechta sind wir bemüht, den besten Therapie-Weg für jeden Patienten zu finden.

Im Falle einer OP – wie lange bin ich im Krankenhaus und wie schnell muss nach der Diagnose operiert werden?

Im Rahmen einer Schilddrüsen-Operation müssen Sie ca. 5 Tage für den Aufenthalt im Krankenhaus einplanen. Das ist oft z.B. für Mütter eine organisatorische Herausforderung. Doch eine solche OP muss im Allgemeinen nicht von heute auf morgen durchgeführt werden. Sie haben nach Ihrer Diagnose in der Regel 4-6 Wochen Zeit und können so Ihre Abwesenheit am Arbeitsplatz oder Zuhause vorbereiten.

In welcher Klinik soll ich mich operieren lassen?

In der Radiologie Vechta stellen wir für Sie die Diagnose. Wo Sie sich operieren lassen, ist Ihre Entscheidung. Unser Rat: Wählen Sie eine Klinik, in der man viel Erfahrung hat mit dieser Operation, so z.B. im St. Marienhospital in Vechta.

Was ist eigentlich ...

Schilddrüsendiagnostik

Mittels der Nuklearmedizin können Erkrankungen und Veränderungen der Schilddrüse und der Halslymphdrüsen diagnostiziert werden. Wir versuchen also während des Schilddrüsen-Ultraschalls und der Schilddrüsen-Szintigraphie genau festzustellen, welche Erkrankung vorliegt, damit Ihr Arzt die Behandlung beginnen kann.

Schilddrüsen-Ultraschall und -Szintigraphie

Beim Ultraschall werden die Schilddrüse und auch die Halslymphknoten untersucht, wenn der Verdacht besteht auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), eine Schilddrüsenentzündung oder eine Schilddrüsenvergrößerung. Wir nutzen diese Untersuchung auch, um Therapien zu überprüfen – und um Tumore festzustellen.

Das heißt, wir schauen im Ultraschall, ob Knoten in der Schilddrüse erkennbar sind. In der Schilddrüsen-Szintigraphie können diese Knoten dann unterschieden werden. Denn es gibt “heiße” und “kalte” Knoten. “Heiß” bedeutet, hier ist das Gewebe sehr aktiv. Bei in kalten Farben dargestellten Knoten ist das Gewebe weniger aktiv. Eine Schilddrüsen-Szintigraphie klärt ebenfalls unklare Schilddrüsenwerte im Blut und wird vor Radiojodtherapien und Schilddrüsenoperationen durchgeführt.

Aussagekräftige Bilder der Schilddrüse

Für die Szintigraphie spritzen wir eine radioaktiven Substanz in Ihre Vene. Die Substanz wandert innerhalb von einigen Minuten in Ihre Schilddrüse. Während Sie sitzen, nimmt eine Kamera Bilder auf. Sie wird vor Ihrer Schilddrüse positioniert.

Gut zu wissen: Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Röntgenaufnahme und die verwendeten Substanzen werden sehr gut vertragen. Allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Für diese Untersuchung müssen Sie nicht nüchtern sein. Sie dauert ca. 2 Stunden.

Wichtig für uns: Informieren Sie uns bitte über hohe Jodbelastungen (z.B. Kontrastmittel beim Röntgen/CT, Cordarex), die Untersuchung wird dadurch behindert.

Knochen-Szintigraphie

Die Nuklearmedizin kann durch die Knochen-Szintigraphie Bilder vom Stoffwechsel der Knochen machen. Sie stellt sozusagen die “Umbauvorgänge” im Knochen dar. Darum gibt eine Knochen-Szintigraphie wichtigen Aufschluss bei:

  • Entzündlichen Knochen- und Gelenkserkrankungen, (z.B. Osteomyelitis, Polyarthritis, Psoriasis),
  • Lockerung eines künstlichen Gelenks (TEP- Lockerung)
  • Knochenbrüchen oder -prellungen (auch Ermüdungsbrüchen)
  • Knochenmetastasen (z.B. bei Brust- oder Prostatakrebs)

Zeit mitbringen, Bilder mitnehmen

Für eine Knochen-Szintigraphie planen Sie bitte ca. 4 Stunden ein. Denn die radioaktive Substanz wird über mehrere Stunden langsam in Ihrem Skelettsystem angereichert. Keine Sorge, Sie scheiden sie über die Nieren wieder aus. Während der Einwirkzeit sollten Sie mindestens 1 Liter Mineralwasser trinken und häufig zur Toilette gehen. Dadurch wird die Aufnahmequalität verbessert. Selbstverständlich haben wir Mineralwasser für Sie da. Nun fährt eine große Kamera über Ihren ganzen Körper. Die Aufnahmen geben uns Aufschluss über die Erkrankung.

Gut zu wissen: Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie. Die verwendete Substanz wird sehr gut vertragen. Allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Schmerztherapie bei Knochenmetastasen

Metastasen in den Knochen können sehr schmerzhaft sein. Medikamente und Bestrahlung verringern die Schmerzen, doch bei einer hohen Anzahl von Metastasen verschlechtert sich die Lebensqualität der Krebspatienten stark. Die Nuklearmedizin kann diesen Patienten helfen, die Schmerzen deutlich zu vermindern. Die medizinischen Voraussetzungen dafür sind:

  • die Knochenmetastasen sind in einem aktuellen Skelettszintigramm (als mehrspeichernde Herde) sichtbar
  • Lokalisation der Schmerzen im Bereich der Metastasen (ossäre Korrelat)
  • ausreichendes Blutbild, insbesondere Blutplättchen und weiße Blutkörperchen
  • keine frischen Knochenbrüche
  • keine Frakturgefährdung durch die Metastasen (vor allem in der Wirbelsäule)

Ziel: Lebensqualität gewinnen

Die nuklearmedizinische Schmerztherapie nutzt das Radionuklid Samarium-153, denn es passt exakt auf die Oberfläche des in den Knochen wachsenden Tumors – wie Schlüssel und Schloss. Darum dockt das Radionuklid nur hier an und wirkt mit seiner Radioaktivität punktgenau auf die Tumorzelle. So wird der Schmerzauslöser gehemmt. Innerhalb von wenigen Tagen verringern sich die Schmerzen um bis zu 80 Prozent. Vier von fünf Patienten können ihre Schmerzmittel-Dosierung deutlich verringern und gewinnen damit Lebensqualität. Bewegungen sind wieder möglich und Nebenwirkungen der Medikamente nehmen ab.

Gut zu wissen: Die Therapie braucht nur ein einmaliges, ambulant durchgeführtes Einspritzen von Samarium-153 in die Armvene. Drei Stunden später kann der Patient die Radiologie Vechta wieder verlassen. In der ersten Woche muss er einige wenige Hinweise beachten, die seinen Alltag oder den Umgang mit anderen Menschen nicht beeinträchtigen. Die Wirkung der Therapie hält circa vier bis fünf Monate an.

der Behandlungsablauf?

Nach Ihrer Anmeldung und einer kurzen Wartezeit beginnt Ihre Schilddrüsen-Untersuchung mit einem intensiven Gespräch zwischen Ihnen und dem Nuklearmediziner. Er hört Ihnen gut zu, stellt Fragen und schaut Sie genau an. Dann tastet er Ihre Schilddrüse sorgsam ab. Professor Dr. Claus Muhle erklärt: “Wir fangen bewusst bei Null an, um unvoreingenommen alle Fakten und wichtigen Eindrücke zu sammeln, damit wir zu einer sicheren Diagnose kommen.”

Nun folgt die Ultraschalluntersuchung. Hier schaut der Arzt, ob Knoten, Entzündungen oder andere Veränderungen sichtbar werden. Anschließend wird Blut abgenommen, um alle wichtigen Schilddrüsenwerte zu erfahren. Einige dieser Werte hat bereits der Hausarzt mitgeschickt, andere müssen jetzt geprüft werden.

Für die als dritten Schritt durchzuführende Schilddrüsen-Szintigraphie wird Ihnen eine radioaktive Substanz gespritzt, die sich innerhalb einer guten Viertelstunde in Ihrer Schilddrüse einlagert. Nun wird in der Szintigraphie sichtbar, welcher Art die Knoten der Schilddrüse sind – ob aktiv, also “heiß” oder träge, also “kalt”. Ist der Knoten kalt, wird er in der Regel punktiert. Bei der Szintigraphie sitzen Sie und der Arzt macht mit einer Kamera Bilder von Ihrer Schilddrüse.

Alle Unterlagen, die Diagnose und eine Empfehlung für die Behandlung werden in einem Brief Ihrem Hausarzt übermittelt, damit Ihre Therapie beginnen kann.

Haben Sie noch Fragen

oder möchten Sie einen Termin vereinbaren?
Dann rufen Sie uns bitte an:

 Telefon (0 44 41) 8873 – 300

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