Interview zum Brustkrebsmonat Oktober – Dr. Stefan Jürgens, Radiologie Vechta

1. Warum ist das Mammographie Screening für Frauen ab 50 oder mit familiären Vorbelastungen so sinnvoll?
Die Mammographie für Frauen ab 50 Jahren ist die bislang einzige, durch wissenschaftliche Studien belegte, wirksame Screening – Methode zur Brustkrebsfrüherkennung. Dieser Aspekt allein zeigt die Sinnhaftigkeit der Untersuchung auf. Darüber hinaus ist die Untersuchungsdauer kurz, die Verfügbarkeit der Methode flächendeckend gegeben und die früher von Kritikern so viel zitierte Strahlenbelastung aufgrund der steten technischen Entwicklung verschwindend gering.

2. Wird das Mammographie Screening Programm aus Ihrer Sicht gut angenommen? Wie viele Frauen kommen jährlich zu Ihnen zur Mammographie?
Aus meiner Sicht wird das Screening-Programm zur Brustkrebsfrüherkennung gut angenommen, wobei auch hier – wie immer im Leben – noch Luft nach oben ist. Daher arbeiten wir in unserem Team jeden Tag aufs Neue mit viel Enthusiasmus und Empathie daran, zukünftig noch mehr Frauen zur Teilnahme am Screening – Programm zu motivieren.

3. Viele Frauen sind besorgt die Mammographie könnte schmerzhaft oder stark strahlenbelastet sein. Bleiben Frauen aufgrund von Ängsten dem Screening Termin fern? Wie sind Ihre Erfahrungen?
In unserer Screening – Einheit nahmen im letzten Jahr circa 23.000 Frauen das Angebot einer Früherkennungsmammographie an.

4. Glauben Sie mehr Aufklärung, beispielsweise über innovative dosiseffiziente Mammographie Systeme mit patientenfreundlicher Technologie könnte bei Frauen die Sensibilisierung für die Vorsorge steigern, ihnen Ängste nehmen und die Bedeutung der Früherkennung von Brustkrebs erweitern?
Ich denke, dass Aufklärungsarbeit per se notwendig und erfolgreich sein kann. Wichtiger sind meines Erachtens jedoch die vielen Menschen, insbesondere die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den jeweiligen Screening – Einheiten, die täglich leidenschaftlich und mit viel Einfühlvermögen mit den ihnen anvertrauten Klientinnen arbeiten und interagieren. Hier können wir am stärksten Einfluss auf ein Gelingen und einen weiteren positiven Ausbau des Screening – Programms nehmen. Denn eine hohe Sensibilisierung für das Screening und eine damit verbundene hohe Teilnahmerate erzielen wir in erster Linie, in dem die Teilnehmerinnen ihre positiven Screening-Erfahrungen in ihr privates und berufliches Umfeld weitertragen.

5. Beeinflusst Covid-19 noch immer Ihren Screening Alltag? Bemerken Sie auch noch Nachwirkungen der Schließung im vergangen Jahr während des ersten Lockdowns?
Die Pandemie hat in Bezug auf den Screening-Alltag keinen spürbaren Einfluss mehr. Die anhaltenden Schutzmaßnahmen und -vorkehrungen in den Screening – Einheiten sowie die mittlerweile hohe Zahl der Geimpften spiegeln das wider. Zu guter Letzt zeigt es auch, dass die Teilnehmerinnen den Sinn und den Nutzen des Screenings erkennen und diese höher einschätzen als sie mögliche Gefahr einer Coronavirus-Infektion.

Dr. med. Stefan Jürgens Facharzt für diagnostische Radiologie

Wir bedanken uns für das Interview bei Dr. med. Stefan Jürgens und wünschen ein weiterhin erfolgreiches Mammographie-Screening. Durch das Interview führte Tanja Meyer, Product Marketing Specialist, Fujfilm Medical Systems Deutschland, FUJIFILM Europe GmbH.

Strahlenschutzkurse 2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

es wird auch im Jahr 2022 eine Aktualisierung stattfinden. Leider steht noch kein Termin fest. Wir planen einen 4 Std. Online-Kurs und 4 Std. Präsenzkurs. Sobald die Genehmigung vorliegt, geben wir hier einen Termin und Ort bekannt. Bis dahin hoffen wir auf Ihr Verständnis.

Im Anhang finden Sie eine Information des BMU. Hier klicken

Bis zum 31.12.2022 ist somit Zeit.

Hilfe bei Krebs Vechta e. V. bewirbt sich beim Vereinsvoting

Hilfe bei Krebs Vechta e. V. bewirbt sich beim Vereinsvoting

Noch läuft das online- Vereinsvoting der LZO, bis zum 23. September 2020. Im Landkreis Vechts buhlen 23 Vereine um die ersten 5 Plätze. Die erhalten nämlich jeder 2.000 € für ihr Projekt. Eine der Bewerbung stammt vom Verein Hilfe bei Krebs Vechta e. V.. Sie will eine Sitzgruppe auf der onkologischen Station des Marienhospital finanzieren. Den dort behandelten Patientinnen und Patienten mit Krebs sowie deren Angehörige soll eine gute Atmosphäre geboten werden, damit sie sich gut augehoben fühlen können. Eine gute Idee! Patienten, die die Station schlecht verlassen können, wären dann nicht an das Krankenzimmer gebunden.

Hilfe bei Krebs und Radiologie Vechta

Dass die Radiologie Vechta die Bewerbung von Hilfe bei Krebs Vechta unterstützt, ist kein Wunder. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Frau Sigrid Bruns, ist Mitarbeiterin in der Radiologie. Die Fachärzte für Strahlentherapie Herr Dr. med. Christian Stallmann und Herr Wojciech Kacpura haben ihre Belegbetten auf der onkologischen Station. Ersterer ist darüber hinaus auch im Beirat des Vereins.

Links:

Hirntumor: neue Therapie jetzt Kassenleistung

Hirntumor: neue Therapie jetzt Kassenleistung

Das Glioblastom ist der aggressivste Hirntumor im Erwachsenenalter, von dem es leider eine komplette Heilung nicht gibt. Über die aktuellen Behadlungsmöglichkeiten haben sich kürzlich die regionalen Experten verschiedener Fachrichtungen ausgetauscht (siehe früherer Beitrag “5 kluge Köpfe und ein aggressiver Hirntumor“). Behandelt wird er durch Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie – und als neuste Entwicklung durch elektrische Felder, sogenannte tumor treating fields (TTF). TTF sind sehr schwache Wechselströme, die auf das Tumorgewebe einwirken und zusammen mit Chemotherapie zu längeren Überlebenszeiten führen können.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist, so die eigene Formulierung des G-BA, “das höchste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen. Er bestimmt in Form von Richtlinien, welche medizinischen Leistungen die ca. 73 Millionen Versicherten beanspruchen können.” (Quelle: https://www.g-ba.de/ueber-den-gba/wer-wir-sind/, 23.06.2020). Er hat jetzt die TTF in den Leistungskatalog aufgenommen. Somit werden die Kosten für diese Behandlung von den Krankenkassen übernommen. Darüber, bei wem diese Therapieform sinnvoll ist, kann man von seinem Arzt für Hämatologie und Onkologie beraten werden.

Prostatakarzinom: radioonkologische Spezialsprechstunde startet

Prostatakarzinom: radioonkologische Spezialsprechstunde startet

Prostatakrebs ist häufig, meistens aber nicht tödlich. Pro Jahr erkranken 60.000 Männer in Deutschland. Heilung verspricht die Operation und die Strahlentherapie. Eine optimale Entscheidung bedarf guter Beratung. Deswegen bieten wir ab Januar 2020 eine „radioonkologische Spezialsprechstunde Prostata (RSP)“ an. Damit tragen wir der Leitlinie Rechnung. Patienten mit einem heilbaren Prostatakarzinom sollten nämlich “vor Therapieentscheidung” eine Aufklärung „auch von einem Strahlentherapeuten“ angeboten werden. Termine gibt es innerhalb einer Woche.

Damit treten wir nicht in Konkurrenz zu unseren urologischen Kollegen. Im Gegenteil: wir unterstützen sie, indem

  • das radioonkologische Aufklärungsgebot leicht umsetzbar ist.
  • unsere gemeinsamen Patienten ihre Entscheidungen ohne – aktuelle oder zukünftige – Zweifel treffen.
  • wir unsere fachliche Zusammenarbeit stärken. Zusammen bieten wir ein breites Leistungsspektrum. Alleinstellungsmerkmale ist beispielsweise die HDR- Brachytherapie – auch als Re- Bestrahlung. Die Kollegialität ist hervorragend. Die HDR- Brachytherapien etwa führen wir gemeinsam mit Urologen durch.
  • wir möglicherweise bei einigen Patienten die Doppelbelastung durch Operation und nachfolgende Strahlentherapie vermeiden. Um nicht falsch verstanden zu werden – die urologischen Kollegen stehen in keinster Weise im Verdacht, wissentlich unnötige Operationen zu veranlassen. Auf der anderen Seite ist allerdings auch so: Der Metzger verkauft Fleisch und der Bäcker Brot. Patienten, die sich primär an uns wenden, raten wir dewegen auch dringend zu einer Beratung durch den Urologen.
Leitlinie Statement 5.5
S3 Leitlinie Statement 5.5

Bildnachweis:
RSP Karte – C. Stallmann
S3 Leitlinie Statement 5.5: S3-Leitlinie Prostatakarzinom. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, Langversion 5.0, 2018, AWMF Registernummer: 043/022OL, http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/prostatakarzinom/ (abgerufen am: 13.09.2019)

5 kluge Köpfe und ein aggressiver Hirntumor

5 kluge Köpfe und ein aggressiver Hirntumor

Gleich fünf Referenten aus der Region unterschiedlicher Fachbereiche. Sie unterrichteten sich am 28.08.2019 gegenseitig, weitere Ärzte und MTRAs über neue Behandlungsmöglichkeiten von Glioblastomen. Unter den bösartigen hirneigenen Tumoren der häufigste und leider auch aggressivste.

Dr. Bäsecke (Cloppenburg) und Dr. Höpfner (Quakenbrück)

Die ärztliche Fortbildung „IRG (industriefreier Roundtable Glioblastom)“ war von Dr. Christian Stallmann von der Strahlentherapie Vechta initiiert und organisiert worden. Vorträge hielten Priv. Doz. Dr. Jörg Bäsecke (Chefarzt für Hämatologie / Onkologie in Cloppenburg), Pawel Basiora (Facharzt für Hämatologie/ Onkologie in Lohne und Vechta), Dr. Frank Dürfeld (Facharzt für Radiologie in Cloppenburg und Vechta), Dr. Jürgen Höpfner (Leitender Arzt für Neurochirurgie in Quakenbrück) und Dr. Christian Stallmann (Facharzt für Radioonkologie in Vechta).

Von den sonst üblichen Sponsoren aus der Pharmaindustrie oder Medizintechnik wurde bewusst abgesehen. Dafür verzichteten alle Redner auf ein Vortragshonorar und trugen die Anreisekosten selbst. Als sehr fruchtbar werteten die Anwesenden den regen fachlichen Gedankenaustausch. Um 20.30 Uhr stellten die Teilnehmer überrascht fest, dass sie die geplanten 90 Minuten um eine ganze Stunde überzogen hatten.

 „Hirntumoren werden sowohl operiert als auch bestrahlt und chemotherapiert. Schon lange stimmen sich die Ärzte der verschiedenen Fachgebiete eng ab. Der Roundtable hat diese Kooperation in Details weiter spürbar vertieft“, resümiert Jörg Bäsecke. Christian Stallmann stimmt zu. „Von diesem Netzwerk profitieren die Patienten mit Hirntumoren aus Südoldenburg und dem westlichen Hasetal, weil die Spezialisten so optimal zusammenarbeiten“, fügt er hinzu.

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